Rheinland-Saga

Textprobe 1

Giringha


Doch zunächst musste die dritte Giringha-Zeremonie zu Ende gebracht werden.

 

Er gab Irilani eine kleine Kugel undurchschaubaren Inhaltes zu kauen. Die Samen und Kräuter würden das Schmerzempfinden deutlich herabsenken und die Zeremonie vereinfachen. Flammenschalen aus Schiefer und Speckstein standen bereits vorbereitet am Feuer, die Dochte aus gedrehten Fasern erneuert und die Schalen mit gereinigtem Fett gefüllt. Als er sie eine nach der anderen mit einem Holzspan aus dem Feuer anzündete, wurde die Hütte gleichmäßig hell ausgeleuchtet.

 

Dann bat er Irilani, sich auf den Rücken zu legen, schob ihr eine gerollte Matte unter den Nacken, griff zu seinem Kästchen mit dem Ritzwerkzeug, tunkte das Hämmerchen in die Holzkohlemasse und begann damit, das Symbol des erwachsenen Clanmitgliedes einzusticheln, das bei allen Clans im Umkreis von etwa zehn Tagesmärschen gleich war, nämlich zwei sich spiegelbildlich gegenüberstehende Mondsicheln rechts und links von Clan- und Namenszeichen.

 

Irilani wusste, dass sie unbedingt stillhalten musste, obwohl es wehtun würde. Es tat auch weh, war aber auszuhalten. Es galt als unwürdige Schande bei dieser Zeremonie wie ein Kleinkind zu wimmern oder gar zu schreien. Sie wollte sich keinesfalls bis auf die Knochen blamieren. Ganz fest dachte sie an den Nachmittag vor zwei Jahren, als Tomaru und sie auf der Lichtung im Wald so viel Freude aneinander gefunden hatten, konzentrierte sich darauf und ließ ihre Gedanken weit wegtreiben von dem Schmerz verursachenden, klopfenden, stichelnden Knochenhämmerchen auf ihrer Stirn.

 

Endlich war die Tortur zu Ende und der Kahu half ihr auf. Er reichte ihr eine Schale mit Wasser, in das einige fein gemahlene Kräuter hinein gemischt waren, die einen frischen Geschmack im Mund hinterließen. Der Kahu wies sie an, sich für ihre erste Shirolan-Feier bereitzumachen, die in zehn Tagen stattfinden würde.

 

Diesen Ausflug würde er wie immer begleiten, an der Versammlung der Kahus mit den Ehrwürdigen Eingeweihten des Sonnenkreises teilnehmen, sich die Anweisung zur sich dieses Jahr anbahnenden Kalenderberichtigung abholen und eben auch Irilani als Shirolan-Lehrling persönlich dort einführen.

 

Wie die Tradition es vorsah, würden alle erwachsenen Mitglieder der Clans, die die Strecke noch schafften und mindestens sechzehn Sommer zählten, früh am Morgen des letzten Tages des sechsten Wintermonates aufbrechen. Die restlichen Clanmitglieder blieben zu Hause und hüteten die Kinder. Was weiter geschah, blieb für diejenigen, die ihre erste Feier noch nicht mitgemacht hatten, ein unergründliches Geheimnis, über das allergrößtes Stillschweigen gegenüber den Uneingeweihten bewahrt wurde. Aber alle machten sich freudig an die Vorbereitungen und zählten die Tage, bis es endlich losging. 

 

Irilani seufzte. „Nur“ noch zehn Tage, dann war ein weiteres Geheimnisse endlich gelöst und auch sie gehörte zu den Erwachsenen.

 

Der Kahu schob sie durch den Zelteingang nach draußen, wo der Clan sich um die Hauptfeuerstelle geschart hatte und präsentierte ihnen Irilani samt ihren neuen Stirnzeichen. Er verkündete mit salbungsvollen Worten und weit ausholenden Gesten, dass Irilani ausgewählt worden war, um im Shirolan-Zentrum weiterzulernen.

 

Als Irilani ans Lagerfeuer herantrat, überreichte ihre Mutter ihr stolz die geschnitzte Mohnkapsel im Lederbeutelchen, das Irilani sich umhing. Es leistete dort nun Tomarus Amulettscheibe Gesellschaft, die sie Tag und Nacht zur Erinnerung an die gemeinsam verbrachte Zeit trug. Alle jubelten ihr freundlich zu und beglückwünschten sie zu ihrem dritten Giringha.

 

Der Rest des Abends wurde mit lustigen Erzählungen aus der Clanvergangenheit, mit wilden Jagdgeschichten und gemeinsam gesungenen Liedern und zweideutigen Bemerkungen zur Shirolan-Feier verbracht, bis die ermüdeten Feiernden sich zu ihren Nachtlagern schleppten.

 

Irilani war da schon lange gegangen, hatte sich erschöpft in ihre Pelze gekuschelt und war den Schmerzen auf ihrer Stirn in den Schlaf entkommen.



Clanleben

Am nächsten Morgen erwachte Irilani spät; die Sonne schien schon von Süden her auf den Hang. Die Schieferplatten vor dem Eingang strahlten angenehme Wärme aus als sie sich dort mit einem Rest des Mahles vom Vorabend zum Frühstücken niederließ. In den neun Tagen bis zum Shirolan-Fest war sie mit keinerlei Aufgaben betraut und konnte tun, was ihr einfiel. Sie überlegte, was die Jungs und Mädchen ihrer Altersgruppe wohl heute anfangen mochten.

 

Das Wetter war gut und man konnte zum Sammeln, zum Jagen oder zum Fallenstellen und Fischen gehen oder sich auch einfach die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Die Älteren saßen rechts und links in der Sonne vor ihren Hütten und beschäftigten sich mit Ausbesserungsarbeiten an ihren Kleidungsstücken und Werkzeugen. Die anderen waren wohl schon mit den Kindern unterwegs und machten einen Ausflug in die hügelige Umgebung, um Knospen, Blüten und Kräuter, Moose und Rinden zu sammeln. Vielleicht trieben sie sich auch am Fluss herum und versuchten, ein paar Fische zu erwischen oder Muscheln einzusammeln.

 

Irilani überlegte, ob im Vorratszelt, wo die großen Körbe standen, noch etwas zu erledigen sein könnte. Die kleineren und großen Körbe aus Weidenruten waren mit Lederriemen verstärkt und mit Gurten versehen, damit man sie auf dem Rücken tragen konnte, falls größere Mengen Nahrung transportiert oder der Aufenthaltsort verlagert werden musste. Diese Körbe zu flechten und mit Lederriemen zu verstärken war ein Können, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Jedes Kind fertigte in der Körbelehrzeit Behälter an, die je nach Verwendungszweck aus getrockneten Stängeln oder Rohr, aus Zweigen, aus Baumrinden, aus Bast und Lederstreifen oder aus einer Kombination der Rohstoffe hergestellt wurden. Besonders hübsche kleine oder auch größere Behälter formte man zum Beispiel aus zusammengelegten Halmen, die flach und fest mit Bast umwickelt wurden, so dass sie lange Schlangen bildeten. Die wurden dann zu Spiralen zusammengerollt und zu unterschiedlichen Schalenformen zusammengenäht.

 

Außerdem bekam man beigebracht, wie man aus der feuchten, gleichmäßig gekörnten Erde, die weiter oben im Gebirge zu finden war, einfache Tonschalen formte und kurz im Lagerfeuer härtete. Die benutzte man besonders für die Aufbewahrung von Talg und Fett. Verschlossen wurden diese Gefäße mit Lederresten und Baumharzen. Für die Gewinnung von Baumharzen schnitt man bestimmte Nadelbäume im Umkreis des Sonnenkreises an und sammelte den Saft in darunter aufgehängten Gefäßen.

 

Irilanis Augen schweiften mit dem  geschärften Blick einer Abschiednehmenden über die Flussniederung, die sich unterhalb des Siedlungsberghanges weitete. Sie wollte sich ganz fest einprägen, wie der Ort ihrer Jugend aussah und das Bild für immer in der Erinnerung behalten.

 

Im flachen Fluss wechselten sich unregelmäßig Sandbänke und kleine langgestreckte Inseln ab. In der Mitte oft mit buschigen Bäumen und am Rand mit Rohrdickichten bewachsen, lagen sie zwischen mehr oder weniger breiten und tiefen Seitenarmen und fast abgetrennten Teichen ohne Strömung voneinander getrennt. Oft hatte sie lauernd im hohen Riedgras der Uferzonen geduckt gestanden und sich an die Vogelnester angeschlichen.

 

Irilani überlegte, wie sinnvoll doch ihr Clanstandort gewählt war. Durch die Niederungen und über die Hänge und Höhen oberhalb des Flusses zogen im Herbst wochenlang in stetem Strom die Rentierherden nach Süden; zum Frühling nahmen sie den umgekehrten Weg und beide Male wurden sie von Jagdtrupps aller Clangruppen, die in Flussnähe siedelten, erwartet.

 

Antilopen mit lustig hässlichen Nasen und silbrigem Fell zogen durch die Täler und riesige Pferdeherden galoppierten über die unbewaldeten Steppenzonen.

 

Die Jagd war üblicherweise die Aufgabe der Männer, es nahmen aber auch Frauen teil, die für die Jagd etwas übrig hatten. Die Rentiere sicherten während ihrer  Wandersaison den Nahrungsbedarf und deckte den Rentierfellbedarf für das ganze Jahr. In den letzten Jahren waren die Rentierherden allerdings nicht mehr so zahlreich gewesen und sie bestanden auch nicht mehr aus so vielen Einzeltieren wie früher. Die Jäger waren besorgt deswegen und es hatte lange, hitzige Streitgespräche am abendlichen Feuer gegeben.

 

Das Hauptziel der ganzjährigen Jagd aber waren die Pferde, die in großen Herden auf den vielerorts nur mäßig mit Birken, Kiefern und Wacholder bewachsenen Hügeln und in den wärmeren Niederungen grasten.

 

Zusätzlich erlegte man auch die riesigen Rinder und die Hirsche und Rehe, die immer stärker in den kleinen Wäldern auftauchten. Pferd und Rind, Ren und Antilope boten viel Fleisch, ein großes Fellstück und große und kleine Knochen, die man zu vielen Dingen des täglichen Gebrauchs verarbeiten konnte und deren Mark köstlich schmeckte.

 

Die benachbarten Clans taten sich mehrmals im Jahr zusammen und organisierten eine Treibjagd, die damit endete, dass man eine Pferde- oder Rinderherde über einen Hangabgrund stürzen ließ. Wenn das glückte, machten sich alle Mitglieder der beteiligten Clans auf den Weg zum Todesort der Tiere. Es gab natürlich nicht überall geeignete Klippen. Eine andere Lösung waren die am Zugweg der Tiere aufgebauten großen, meist in einem schmalen Seitental des Großen Flusses hinter einer Biegung versteckten Einfriedungen aus Stein und Holzbarrikaden, in die ganze Herdenteile umgeleitet und dann abgeschlachtet wurden.


Textprobe 2 - Irilani feiert am Shirolan-Kreis das Jahresfest

Als endlich ihre Mohnclanfamilie in der Ferne auftauchte, rannte Irilani los und fiel einem nach dem anderen zur Begrüßung stürmisch um den Hals. Ihre Eltern registrierten erstaunt, dass Irilani sich in dem einen Sommer sehr schnell entwickelt und eine ziemlich selbstbewusste Haltung angenommen hatte. Der Nachmittag im Clankreis verging mit vielem Hin und Her und Nachfragen nach jüngeren oder älteren Clanmitgliedern, die nicht mehr oder noch nicht an der Feier teilnehmen konnten. Der Ijatiba-Kahu ihres Clans unterhielt sich eindringlich mit ihr über ihre Ausbildung und ihre neu erworbenen Kenntnisse und überprüfte damit auch seinen eigenen Kenntnisstand auf Vollständigkeit und Neuerungen.

 

Nach dem gemeinsamen Abendessen, als es langsam dunkel wurde, zerstreuten sich die Clanmitglieder, um auf die eine oder andere Weise am Fest teilzunehmen. Die Älteren bemalten sich die Gesichter mit Rötelfett und stellten sich auf dem äußeren Ringwall auf. Die Trommler des Ring-Zentrums erstiegen das Mittelplateau und stellten ihre lederbespannten Instrumente am Kreisrand auf.

 

Um die Visierpfähle herum flackerten in Steinschalen große Feuer, deren Licht über die Trommler hinweg bis in den runden Raum reichte, in dem hunderte von jungen Tänzerinnen und Tänzern zu Ehren Shirolans und der Akudari ihren Beitrag zum Fest leisten würden.

 

Irilani hatte sich beeilt, um zu ihrer Hütte zu gelangen und legte dort all ihre Kleidungsstücke ab. Sie zögerte, doch dann nahm sie auch Tomarus Anhänger und steckte ihn zwischen ihre Sachen. Heute Nacht wollte und würde sie nicht einen Moment an Tomaru denken.

 

Sie nahm eine Handvoll Rötelfett aus der Schale und rieb sich vom Scheitel bis zu Sohle damit ein. Wie alle anderen Teilnehmer auch, wirkte sie damit wie ein roter Schatten, wenn das Fett etwas in die Haut eingezogen war und der Farbstoff einen stumpfen roten Erdton bekam. Dann knotete sie ihren Lendenschurz wieder um die Hüften. Sie löste ihre Haarkrone und schüttelte ihr hüftlanges Haar aus, das rotgolden den Schein der Ringfeuer reflektierte, der durch den Eingang drang und lief zum Kreis, wo die Trommler gerade zu einem dunkel schwingenden Rhythmus zusammenfanden.

 

Zum Schlag der Trommeln gesellte sich das sirrend brummende Vibrieren der Schwirrhölzer, die von anderen Musikern geführt durch die Luft kreisten und je nachdem ein merkwürdig auf- und abschwingendes Surren, Pfeifen oder Heulen erzeugten.

 

Die Teilnehmer, die nicht mittanzten, standen auf dem Ringwall und sangen die uralten Lieder zu Ehren Shirolans und der Akudari, klatschten mit den Händen, stampften im Takt mit den Füßen und waren so in das Geschehen eingebunden.

 

Zu allem entschlossen, nahm Irilani am Eingang zwei Becher des bereitgestellten Sudes zu sich und mischte sich dann unter die Menge, die schon anfing, sich im tiefen bebenden Dröhnen der Trommeln zu wiegen.

 

Irilani fühlte wie das Mittel langsam zu wirken begann und sich all ihre Gedanken im Licht der flackernden Flammen auflösten. Ihr Körper war bereit, den Klängen der Trommeln bedingungslos zu folgen und sich den Göttern völlig hinzugeben. Die ausgelassene Bewegung, der Rhythmus der Trommeln, das Stampfen hunderter Füße und die gegenseitige Berührung der Tänzer und Tänzerinnen untereinander, brachten Irilani in Stimmung und erregten sie. Halb nur noch bewusst, erwartete sie das Ende der rituellen Tänze.

 

Als die Trommeln zu Mitternacht nach einem gemeinsamen dröhnenden Schlussschlag plötzlich verstummten und gleichzeitig alle Feuer gelöscht wurden, nahmen sich die Tanzpartner, die sich im Kreis gefunden hatten, bei der Hand und verschwanden im Umkreis des Rings, um die Fruchtbarkeitsriten zu vollenden.

 

Irilani stand gerade noch wie vom Donner gerührt, als sie sich fest am Handgelenk gepackt und aus dem Kreis hinaus gerissen fühlte. Egal, sie würde das Schicksal dieser Nacht einfach dem Willen Shirolans und der Akudari überlassen und über nichts nachdenken. Mit berauschtem Gehirn und umnebeltem Blick folgte sie dem mit Rötel eingeriebenen Mann, den sie nicht erkennen konnte, ins Gelände. Einige hundert Schritte vom Kreis entfernt tauchte im schwachen Licht des Viertelmondes die Baustelle bei den Steingräbern der Ehrwürdigen auf, wo sie noch am Vortag gesehen hatte, dass gerade Großsteine für den nächsten Todesfall zurecht geklopft wurden.

 

Der Mann, der sie aus dem Kreis gezogen hatte, hob sie auf den Abdeckstein, der fast fertig bearbeitet im Gras lag. Dass sie nicht nur zu zweit waren, merkte sie erst, als jemand sie an den Schultern packte und auf den Stein presste, ihre Hände nahm, sie hinter ihrem Kopf zusammenlegte und festhielt, während ihr eigentlicher Nachtpartner sie auf der Steinplatte nach vorne zog und ihren Lendenschurz herunter riss.

 

Irilani hatte durchaus gemischte Gefühle. Einerseits wollte sie ihren Spaß haben, andererseits bekam sie es ein bisschen mit der Angst zu tun. Aber dann dachte sie daran, dass an diesem Fest nur Clanleute aus dem Umkreis teilnahmen und sie noch nie gehört hatte, dass während der Rituale jemand zu Schaden gekommen war.

 

Die beiden Kerle lachten sich übereinkommend zu, wie Männer das halt tun, wenn sie sich bezüglich einer Frau gerade sehr einig werden. Der, der ihre Hände festhielt, forderte seinen Kameraden auf, sich gefälligst zu beeilen.

Der Großstein hatte eine wirklich praktische Höhe. Irilani lag mit ihrem Yongami genau so, dass man ohne Weiteres im Stehen in sie eindringen konnte.

 

Der eben Angesprochene streifte seinen Lendenschurz ab, zog Irilani noch ein Stückchen nach vorne, bis ihre Schenkel von der Steinplatte baumelten, trat dazwischen und versuchte sein rötelgefärbtes Alikio in Irilanis Yongami zu versenken. Irilani konnte kaum erkennen, was er trieb; sie spürte auch kaum etwas. Der Gute war anscheinend nicht besonders ausgiebig bestückt und war nach ein paar unbeherrschten Stößen schon fertig.

 

Was Irilani beunruhigte, waren seine gehässigen Worte, mit denen er sein Tun begleitete und aus dem hervorging, dass er entweder Frauen im Allgemeinen nicht mochte oder Irilani im Besonderen beleidigen wollte. Irilani fragte sich, wer sich da gerade mit ihr verlustierte. In dieser Nacht würde sie wohl kaum das Erlebnis haben, das sie sich eigentlich gewünscht hatte und das die Götter dazu bewegen sollte, die Fruchtbarkeit der ganzen Natur zu erhalten.

 

Mit ein paar abfälligen Worten versteckte der im bläulichen Mondlicht rotviolett erscheinende Mann sein winziges Alikio hinter seinem Lendenschurz und wollte sich zum Gehen wenden. Doch sein Helfer hielt ihn mit einem auffordernden Ruf zurück.

 

„He, du willst doch jetzt nicht einfach verschwinden. Ich will auch noch meinen Spaß haben. Und um noch eine Neue zu finden, dafür ist es jetzt ja wohl viel zu spät!“

Irilani wollte sich schon aufrichten und davonrennen, doch missmutig griff der angesprochene Kumpan nach Irilanis Händen und presste sie an Stelle des anderen wieder auf den Stein.

 

Der Mann, der sie bisher festgehalten hatte, blieb kurz neben Irilani stehen und deutete auf sein Alikio, das sich beim Zuschauen sehr angeregt aufgerichtet hatte.

 

„Meine Liebe, mit diesem Gerät wirst du bestimmt mehr Spaß haben, als mit dem von S…“,  beinahe hätte er den Namen verraten,  „meinem Freund hier.“

 

Dieser schnaubte missmutig und meinte, er solle bloß den Mund halten, hielt Irilani aber weiter fest. Irilani nuschelte undeutlich, vom Feiersaft leicht bedröhnt:

 

„Zeig mir erstmal, was du drauf hast. Ich bin schließlich nur das Beste gewohnt. Bisher war das Ganze ja eine ziemlich armselige Angelegenheit.“ Worauf hin sich die Hände des Ersten recht wütend und schmerzhaft um ihre Handgelenke spannten.

 

Leider konnte sie den rötelverschmierten Zweiten ebenfalls nicht erkennen, aber immerhin ließen sich kräftige Schultern, starke Arme und ein Schwall langer Locken erkennen, und seine Zähne leuchteten im Mondlicht weiß auf. Sie entspannte sich und hoffte auf eine befriedigendere Abfolge der nächtlichen Ereignisse.

 

Mit etwas abgezupftem Moos reinigte der Mann Irilanis Yongami gründlich von den Rötelresten und Körpersäften seines Vorgängers.

Er hatte reichlich Erfahrungen mit Frauen gesammelt und wusste, dass man mit einem Alikio seiner Größe besser nicht mit Gewalt vorging, vor allem nicht, wenn es im Kreiszentrum keinen Ärger geben sollte. Also fing er an, Irilanis Yongami zu massieren und ihre Perle zu umkreisen, was die trunken-entspannte Irilani recht schnell in einen ziemlich feuchten Erregungszustand brachte.

 

Als er das bemerkte, kam er ohne Umschweife zur Sache, versenkte sein Alikio in ihrem nun mehr als willigen Yongami. Sie schlang ihre Beine um seine Hüften und gab sich seinen wilden Stößen einfach hin, bis er, sich selbst kaum beherrschen könnend, plötzlich innehielt und sie fragte, ob man sie noch weiter festhalten müsse. Irilani schüttelte den Kopf, jetzt wollte sie aber auch alles!

 

Er gab seinem Kumpan an Irilanis Kopfende ein Zeichen. Der ließ sie widerstrebend los, woraufhin sie umgehend nach vorne gezogen und umgedreht wurde, so dass sie zum Stehen, aber mit Brust und Bauch auf der Steinplatte zu liegen kam. Irilani stieß überrascht die Luft aus, aber schon drückte eine kräftige Hand ihren Rücken nieder, während der Mann ihre Beine mit seinen Füßen leicht auseinanderdrückte und sein prächtiges Alikio mit einem befriedigten tiefen Seufzer bis zum Anschlag hineingleiten ließ.

 

Er langte mit der einen Hand um ihre Hüften herum und massierte ihr Kutuni mit seinen rauen Fingerkuppen, bis sie unter seinen Stößen immer schneller und tiefer atmete. Irilani spürte wie sein heißes Alikio sie mehr und mehr ausfüllte und sie den Höhepunkt heranfluten spürte, als die freundlichen Fingerspitzen die unglaublichsten Gefühle erzeugten.

 

Irilanis orgiastische Muskelkontraktionen brachten auch das Alikio ihres Eroberers so außer Kontrolle, dass er mit ein paar letzten Stößen und einem heiseren Schrei zum Ende kam, während Irilani sich noch zuckend und stöhnend unter ihm wand.

 

Der Mann, der sie zuerst gehabt hatte, stand während dieses Schauspiels mit ärgerlich in die Hüften gestemmten Armen da und meinte gehässig:

 

„Eigentlich war es ja nicht vorgesehen, dass wir ihr auch noch eine Freude bereiten!“

 

Dann verschwand er wutschnaubend und vor sich hin fluchend zwischen den Sträuchern.

 

Irilani stemmte sich von der Steinplatte hoch und drehte sich um. Ihr rötelverschmierter Beglücker fasste sie mit beiden Händen an den Schultern.

 

„Beachte ihn gar nicht. Wir haben unseren Spaß gehabt, den Akudari unser körperlich Bestes gegeben und damit den Sinn des Festes mehr als erfüllt.“

 

Mit einer spielerisch übertriebenen Verbeugung und einer schwungvollen Armbewegung bedankte er sich bei ihr für ihre „freundliche Mitarbeit“. Und schon verließ er sie und wurde von den nächtlichen Schatten der Büsche verschluckt.

 

  

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