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Der Ortname ist
aus dem Keltischen abgeleitet und zeigt, dass die
Quelle schon von den „Ureinwohnern“ genutzt wurde. Die
Glaubersalzquelle ist 32 Grad warm.
Am Standort des heutigen Kurhauses entstand eine römische Thermenanlage mit besonders gesichertem Brunnen. Der Quellschlund wurde von den Römern in der Tiefe mit Bleirohren gefasst und mit Ziegelmauerwerk befestigt, das mit Estrich abgedeckt wurde, um durch die enge Fassung den Druck und die Wasserlieferung zu steigern. Das ganze wurde mit einer Steinplattenabdeckung gesichert. Im Inneren ließ eine bleierne Steigleitung Wartungsarbeiten zu. Die Heilquelle liefert heute wie damals rund 170.000 Liter pro Tag. ![]() ![]() Damals wie heute
nutzte man die Quelle als Heilmittel im Rahmen
einer Trinkkur gegen Probleme von Leber und
Galle, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Darm.
Das warme Thermalwasser war und ist natürlich auch für jedwede Behandlung rheumatischer und orthopädischer Leiden geeignet. ![]() antike Tonbehälter (im Kurhaus) Das römische Thermengebäude stand dort, wo auch heute das Badegebäude steht. Blei- und Tonröhren dienten der Wasserversorgung. Es gab ein größeres und zwei kleinere Schwimmbassins, mehrere Einzelzellen und Umkleideräume mit Ziegelverkleidung und bemaltem Wandputz. Die Bäder waren prächtig ausgeschmückt, wie Säulen- und Kapitellreste, Marmor und Sandsteinstücke bezeugen. Unklar ist, ob es einen getrennten Frauentrakt gab. Vermutlich gab es wie heute auch, Trink- und Wandelhallen. ![]() Nur
etwas "römischer" im Baustil wird die Hauptstraße
gewesen sein, aber Tavernen, Läden und Zeitvertreib jeglicher Art gab es damals wie heute. ![]() So einige werden nach ihren gesundheitsfördernden Anwendungen abends einen Zeitvertreib gesucht haben. Spielhöllen gabs schon damals. Hier ein Würfelautomat. Willige Damen gabs bestimmt ebenfalls in jeder Preislage. ![]() Der Vicus reicht bis zum Römerkessel, im Westen bis zum „Flürchen“ am Hang des Heinzenberges. Hier gab es eine Töpferei am Ende des Vicus, wo Lampen und Tonfigürchen gefunden wurden, die wohl als Weihegaben von geheilten Kurgästen in den Tempeln geopfert wurden. ![]() heutige Kath. Kirche auf der Talanhöhe, damals wohl Standort des örtlichen Haupttempels ![]() Evang. Kirche am
Römerkessel,
damals ebenfalls Tempelstandort Wie eigentlich immer, hat die katholische Kirche die ursprünglich keltischen, dann römischen Tempel mit Kirchen überbaut, um die Heiden/Paganen so dazu zu zwingen, an den alten Tempelorten eben den neuen Gott anzubeten. So fand man die Reste eines Tempels im Bereich der heutigen kath. Kirche und einen Tempel auf der inselartigen Erhöhung des Römerkessels, wo heute die Evang. Kirche steht. Hier kamen Säulen und Kapitellreste zum Vorschein. Südwestlich des Vicus, am Hang des Heinzenbergs, etwa 100m oberhalb des Talkessels wurde ein gallo-römischer Umgangstempel gefunden. Den Münzfunden nach wurde der Ort in römischer Zeit von mindestens 117 bis ca. 400 n. Chr. genutzt. Man fand dort eine Marmorstatue der Diana, mit Hund und Hirschkuh, Diana trug wohl auch einen Bogen mit einem Pfeil in der anderen Hand. Sie trägt einen Köcher auf dem Rücken und ein griech. gerafftes, kurzes Gewand und Stiefel und ist mit ihren Jagdhunden abgebildet. Diana war nicht nur als Jagd- sondern auch als Heilgöttin beliebt. ![]() Das Gräberfeld des Vicus lag westlich oberhalb des Tempels Kuheck. Villen gab es 1000m nördlich des Vicus am NW-Hang des Sesenwaldes und 1300 m Nwestl. In der Flur „Müllischwiese“, sowie am „Facher Höchstchen“. Die Straßenführung zum Vicus ist umstritten. Sicher ist eine Verbindung durch das Üssbachtal nach Alf/Mosel. Wo diese Straße oberhalb von Bad Bertrich die römische Fernstrasse Trier/WittlicherSenke/Mayen/Andernach/Koblenz kreuzte, ist ungewiss. Die Fernstrasse lässt sich erst ab Hontheim und Lutzerather Höhe gut verfolgen. Es gibt zwei Möglichkeiten: der Feldweg etwa 400m oberhalb der Entersburg Talquerung oder durch Kandel-/Elbesbachtal, bei Elfenmühle Üss-Querung, dann über den alten Postweg nach Kennfus. Im 5. Jahrhundert ziehen sich - zumindest die reichen Römer - wegen der Germaneneinfälle aus der Region zurück. Daraufhin fehlen um Bad Bertrich herum, wie überhaupt insbesondere auch im Hunsrück jegliche Siedlungsspuren. Wahrscheinlich erfolgte erst wieder eine ausgeprägtere Besiedlung in der mittelalterlichen Rodungsphase im 10. Jahrhundert. |
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