Bad Neuenahr-Ahrweiler

Die Bilder wurden alle vor rund 20 Jahren
gemacht.


bedeutsamster Fund: Die Villa Am Silberberg
außerdem Eisenverhüttung im Umfeld der Villa



Das Ahrtal bei Bad Neuenahr-Ahrweiler

 
liebevoll gestaltete Modelle der Villa




Völlig erhaltener Backofen mit Kuppel mit rundem Rauchabzug in
 der Mitte aus zerschlagenen Ziegeln errichtet. Die Öffnung zum
Korridor konnte mit einer schweren Tür geschlossen werden.
Davor auf dem Boden findet sich noch Asche vom Heizen des Ofens.
 Genutzt im Hospiz/Herberge vom Ende 3.-Mitte 4. Jahrhundert.


Ofen mit horizontalem Abschluss und Rauchabzug in der
Raumecke. Zur Aufnahme eines grossen Kessels oder eines
darüber liegenden Rostes bestimmt.
Ende 3. - Mitte 4. JH

keltische Damenkleidung



Hier eine Abbildung von einem Schrank oder Wandschrank,
vielleicht auch ein Schrein eines Larariums





Der typische keltische Kapuzenmantel

Das Haupthaus der Villa am Silberberg wurde seit dem 1. JH
auf römische Art mit Ziegeln gedeckt. Grossflächige
Leistenziegel (tegulae) wurden eng nebeneinander und
von oben nach unten überlappend verlegt. Der First und
die Senkrechten Stösse zwischen den Falzziegeln
wurden mit halbrund gewölbten Ziegeln (imbrices)
abgedeckt. Diese Dachdeckung wird auch noch im Mittelalte
als "Mönch-Nonne"-Dachdeckung genutzt.
Die römische Falzziegel besitzt aber keine Nasen, um sie
in die Dachlatten einhängen zu können. Sie liegen nur auf
diesen auf, womit die Gefahr des Abrutschens bei zu steiler
Dachneigung steigt. Um den Schub der Ziegel abzufangen,
hat man oft die unteren 2-3 Lagen der Dachlatten einzeln
aufgenagelt. Die Falzziegel mit Nagellöchern wurden am
Silberberg in grossen Mengen gefunden.



Verlegemuster



So groß waren die Dachziegel

Aus Gewichtsgründen wurden viele hohe Räume nicht mit
Steinwänden oder -decken errichtet, sondern mit einer
Holz-Lehmkonstruktion.
Den Kern der Wand bildet eine Konstruktion aus
senkrecht stehenden Holzständern und einem Flechtwerk
aus Rundhölzern dazwischen. Die Rundhölzer werden
mit Lehm beworfen und in die Oberfläche Kerben
eingedrückt, damit der später aufgetragene Zierputz
nicht abrutschen kann. Der Unterputz besteht aus 2-3 Lagen
unterschiedlichem Kalkmörtel. Die darauf angebrachte
0,5-1 mm starke Kalkschicht bildet auch zugleich
den Malgrund für die Wandbemalung.


Lattenkonstruktion
Konstruktion von Tonnengewölben aus Latten mit Lehmbewurf und
Kalkputz.
Die Lattenkonstruktionen waren leicht und konnten trotzdem
den auf der Unterseite aufgetragenen Hüttenlehm tragen.
Auf diesem Hüttenlehm wurde 3cm Unterputz aufgebracht und
dann die ca. 1mm dicke Schicht Kalktünche, die anschliessend
in Freskotechnik bemalt wurde.  Verschiedene Räume und
Korridore der Villa waren mit so konstruierten Tonnengewölben überdacht.


Hier sieht man im negativ die ehemalige Lattenkonstruktion im Lehm.



Lattenkonstruktion eines größeren Raumes


Deckenmosaik



Reste von bemalten Wänden
Reste vom Wandbemalung


In der Portikusfront des Hauses befinden sich an einigen Stellen
Reste von Schiebetüren mit Glas. 2,70m breit war dieses
Fenster mit innen liegendem, verglastem Holzrahmen und
2-flügeligem Laden draußen, der durch Schlitze zwischen
Mauerwerk und Verputz eingeschoben werden konnte.


Fensterglas wird in einem Sandbett gegossen. Beim Erkalten
bekommt die Oberfläche die Struktur einer Puddinghaut und
die Ränder ziehen leicht ein, während die Unterseite wegen
der Abdrücke der Sandkörner rau bleibt.
Das Glas ist zwar undurchsichtig, lässt aber das Licht hindurch.
Die Fenster der Roemervillen sind wohl alle verglast gewesen.
Die einzelnen Scheiben werden mit dünnen Holzleisten
in hölzernen Rahmen zusammenmontiert.

Überblick über die Villenrest


Hier kann man schön die unterschiedlichen Bauphasen
des Gebäudes nachvollziehen




Mosaikrest

Estrich


2 Praefurnien - von hier aus wurden Raum 21 und 18 beheizt.
Ein Blick in die Hypokausten zeigt die Pfeiler mit den darüber
liegenden Suspensura (Platten, über denen erst der Estrich
aufgebracht wurde)




Hier haben Raubgräber den Estrich aufgeschlagen, um an die darunter liegenden Ziegel der Hypokausten zu gelangen

Die Konstruktion eines Fussbodens über einer Fussbodenheizung
 ist hier schön sichtbar: Auf einem Estrichboden stehen die
Ziegeplattensäulchen, die den Raum bilden, durch den
die erhitzte Luft strömt.
Darüber liegen große und dickeZiegelplatten (Suspensura)
als Hitzeaufnahme und Schutzschicht. Darüber der splithaltige Fussboden des Raumes.
 Unter dem Verputz der Wände von hypokaustierten Räumen
findet man in die Wand eingebettete
Rauchabzüge (Tubuli), die gleichzeitig auch die Wand beheizten.



Heizungs"rohr"


Ziegelstapel des Hypokaustums

Hier ein vollständig erhaltener Küchenherd mit Herdplatte aus
Dachziegeln. Darunter ein Platz für Feuerholz und ein
Geschirrschrank. Rechts angebaut befindet sich eine kleine
Räucherkammer, links - tiefer gelegen - ein kleiner Backofen.
Vor dem Herd ist eine bogenförmige Herdbank angebaut.


Grosse Reibschüsseln, die vor dem Brand mit Stein- und Ziegelsplit
bestreut wurden. Auf der rauen Oberfläche wurden Gewürze
oder Früchte zerrieben. Bei der Käseherstellung blieb der
Frischkäse daran hängen, während die Molke über den Ausguss ablief.


Hier ist der Name des Geschirrnutzers in den Rand eingeritzt,
wahrscheinlich war es ein Marcellus



Die rot glasierte Terra Sigillata wurde als repräsentatives
Ess- und Trinkgeschirr verwendet. Oft ist der Name des Nutzers
in den Boden des Gefässes gestempelt oder eingeritzt,
griffbereit sichtbar, weil das Geschirr zum Schutz der
Innenseite auf dem Kopf stehend aufbewahrt wurde.



Eine Platte mit Austernschale und Weinbergschnecken. Sie wurden
 vom Atlantik oder Nordsee lebend in Salzwasser eingelegt importiert.

 
Herstellerstempel auf guten Tonwaren


anhand der Marken kann man auch die Handelswege rekonstruieren, denn manch teure Qualitätsware wurde von
weit her importiert.

Dieser abgetrennte Raum enthält das Hauptheiligtum des Hauses.
Die Nische war wohl mit weissem Marmor verkleidet und war
der Platz für ein Standbild des Hausgottes.




Treppenhaus zum Obergeschoss für eine zweizügige Treppe.
Die hölzernen Treppenstufen sind verbrannt.


Hier sieht man deutlich die Brandspuren
  
Der vordere Raum war eine Art Diele des Hauses, gegenüber
dem Haupteingang liegt das Hausheiligtum. Nach beiden
Seiten konnte man Wohnräume betreten.





Latrine/Abwasserkanal
Eine Holzkonstruktion über einer Abflussrinne aus Dachziegeln,
enthielt auf zwei Seiten des Raumes Sitze.
Die Rinne entwässerte in einen außen anschliessenden Kanal,
der um das Bad herum in Richtung Ahr führte.





Hier zwei Abbildungen von unterschiedlichen Wagenkonstruktionen,
die im römischen Reich benutzt wurden



Der Nachbau eines römisches Karren


Die meisten Karren hatten aber keine Lenkachse, deshalb
mussten auch die Strassenkurven einen weiten Radius haben,
damit die Karren auch um "die Ecke" kamen.


Beschreibung des keltisch-römischen Mähbalkens






Schieferplattengräber, die nach dem Einsturz aller Gebäude
im 7.-8. JH, in die 2 m hohe Überdeckung aus Hangschutt
 eingetieft worden. Die Steinkisten wurden nach der Bestattung
mit einer grossen Platte abgedeckt und die Grabgruben verfüllt.
In der Villa gab es ein 170 qm großes Reihenbad.
Vom beheizten Umkleideraum ging es ins Warmbad,
danach ins Heissbad. Bei einem Umbau wurde das
Heissbad in einen anderen Raum verlegt, wo in
einer beheizten Wanne gebadet wurde.
Nach dem Bad konnte man in einem ungeheizten Raum
Gymnastik treiben und sich im vorgelagerten
Kaltwasserbecken erfrischen.
Über die Bedienungsräume der Heizungen (präfurnium)
stand auf mächtigen Steinblöcken ein großer Kessel für die Heisswasserbereitung. Wie das funktionierete,
kann man auf meiner Seite zu Xanten sehen.
Das Bad existierte vom der 2. Hälfte 1. JH bis Mitte 4. JH.






Laconicum des Bades

Erhalten ist hier der kreisrunde, hypokaustierte und
beheizbare Unterraum mit 4 Konchien (Nischen).
In diesen stehen ca. 70cm hoch angebrachte Bänke,
auf denen man sitzend in trockenheisser Luft
schwitzen konnte, also keine Dampfsauna,
sondern ein Trockenschwitzbad. 2. Hälfte des 1. JHnC




 
 

Kanal- und Abwasser in der Villa





Abwasserkanal mit Abdeckung


Nägel


römische Schlosskonstruktion


Türangeln


Türscharniere


Scharniere






Bleirohr

Die Hälfte einer runden Bleiplatte wurde neben dem
Schmelzofen gefunden, wo sie im Sandbett gegossen
worden war.

In der Spätphase des Gebäudes wurden hier
Metalle geschmolzen und gegossen



Bronzemesser
Und noch ein paar Fundstücke, bzw. deren Repliken,
die in BNA ausgestellt sind.


Schädelkalotte eines Neandertalters, gefunden in einer
Kratermulde bei Ochtendung/Eifel zusammen
 mit Feuersteinwerkzeugen.
Alter: ca. 160.000 vChr.


Dieser Menschenschädel wurde in einer
Siedlungsgrube der
eisenzeitlichen
Hunsrück-Eifel-Kultur (5.-4. JHvChr)
bei Wolken/Eifel gefunden.



Tasse mit breitem Bandhenkel aus einem Grabhügel
der mittleren Bronzezeit. Kerbschnittverzierung,
die damals mit einer weißen Kalkmasse
gefüllt war. 1600-1200 vC, Mülheim-Kärlich
Grabfund



Glockenbecher der Jungsteinzeit 2500-1800vC,
Andernach
Grabfund




Trophäe, evtl. am Pfahl vor einem Heiligtum
zur Schau gestellt wurde.




 
Statuette des jugendlichen Herkules, mit Löwenfell
über Kopf und Schultern.
Der rechte Arm hielt ursprünglich eine Keule
und die Augen waren mit Silber eingelegt.
In der Mosel bei Kobern-Gondorf gefunden, 2.-3. JH